Der Boom mit den Apps – Bis 2014 mehr als 14 Milliarden downloads

Im nächsten Jahr wird es passieren, dass die Anzahl der bisher über den Ladentisch gegangenen Smartphones in Deutschland zum ersten Mal die Zehn-Millionen Grenze überschreitet. Allein ab dem Jahr 2011, so schätzen Experten vom Hightech-Verband Bitcom in Berlin, wird jedes dritte mobile Telefon in Deutschland ein Smartphone sein. Es wird erwartet, dass der Absatz im kommenden Jahr um etwa 39% ansteigen wird.

Nicht nur die Handys selbst, sondern gerade die mobilen Applikationen, sogenannte Apps, sind das, was ein Smartphone so besonders und individuell macht. Der Markt ist überschwemmt von App-Anbietern: Von Zeitschriften über Suchmaschinen bis hin zu Rezeptbüchern, Lieferservices und Internetshops gibt es im App-Store nichts, was es nicht gibt. Die Handyhersteller wie zum Beispiel Apple und Google sind daher bemüht, schnellstmöglich verbesserte Strukturen zu schaffen. Allerdings wird es immer schwieriger, sich im App-Geschäft durchzusetzen, so die US-Marktforschungs- und Beratungsfirma Parks Associates. Ein fragmentierter Anzeigenmarkt und der ständige Konkurrenzdruck sind die Kompliziertheiten dabei.


Kostenpflichtige Apps machen insgesamt etwa 20 bis 30 Prozent des gesamten App-Angebots aus. Es gibt insgesamt drei verschiedene Möglichkeiten zu Bezahlen: Es gibt die einmalige Gebühr für einen Download, Abonemments mit einem zeitlich befristeten Zugang oder auch das dritte Angebot von kostenlose Demoversionen, zu denen es zusätzlich noch Vollversionen, die gegen Gebühr sind, gibt. Sehr beliebt sind vor allem Apps, die zusammen mit GPS funktionieren und Auskunft über den aktuellen Aufenthaltsort des Handy-Benutzers oder Freunde angeben. Anwendungen wie Foursquare, Loopt oder Gowalla sind nur einige davon. Die App des sozialen Netzwerks Facebook ist mit Abstand eine der meistgenutzten. Neuerdings kann man sich auch hier per GPS lokalisieren lassen. Der Großteil der Apps stammt daher trotzdem aus den kostenpflichtigen Programmen: Parks rechnet damit, Ende 2010 etwa 2,2 Milliarden Dollar Umsatz gemacht zu haben, von denen 2 Milliarden alleine aus gebührenpflichtigen Apps gewonnen werden. Diese Art von Downloads und Abonnements sind für die App-Entwickler aus diesem Grund die wichtigste Einnahmequelle. So wird der gesamte Softwaremarkt für iPhones, Smartphones und andere Tablet-geräte über 5 Milliarden Dollar einbringen.

Ein wirtschaftliches Problem könnte dennoch das überschwappende Angebot an den Apps sein. Denn bereits jetzt kann Park Associates über vier Milliarden Downloads der Apps aus speziellen Marketplaces, wie zum Beispiel dem App Store für Apple oder anderen, verzeichnen. Davon sind etwa 75% Gratiskopien und alleine im App-Store von Apple gibt es bereits über 50.000 Software-Entwickler in Deutschland. Die Zahlen steigen dennoch jeden Tag an.

So sieht man mittlerweile mit ziemlicher Sicherheit für die nächsten Jahre voraus, dass sich bis zum Jahr 2014 die Menge der Downloads, egal ob kostenpflichtig oder gratis, auf eine Zahl von etwa 11 bis 12 Milliarden Abrufe pro Jahr erhöhen und damit mehr als verdoppeln. Kostenlose Apps werden weiterhin mehrere programmiert, hier soll der Prozentualanteil aller Apps künftig etwa 82% betragen. Daher sollten sich die Software-Entwickler vor allem darauf konzentrieren, dass man Verkaufs- und Werbeeinnahmen der ersten Woche nach dem Erscheinen so gut es geht maximiert. Denn es ist keine Seltenheit, dass sich bereits kurz darauf die ersten Nachahmer mit einer eigenen, ähnlichen App, zu Wort melden und damit den Konkurrenzdruck erhöhen.

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